Was läuft ab, wenn die Feuerwehr alarmiert wird?
Zur Geschichte:
Der Feuerwehr-Notruf 112 besteht nun seit rund 30 Jahren
im Landkreis Ludwigsburg.
Bis zum September 1990 wurde in Walheim zweigleisig alarmiert, das
heißt sowohl über moderne Funkmeldeempfänger als
auch noch über Sirenen.
Ab diesem Zeitpunkt waren die Walheimer Feuerwehrleute alle mit
diesen tragbaren Funkmeldeempfängern ausgestattet und jetzt
über die sogenannte stille Alarmierung erreichbar.
Die Notrufmelder die über den ganzen Ort verteilt installiert waren,
wurden wie die Sirenen außer Betrieb genommen. Über verschiedene
Funkschleifen wurde es möglich, die örtliche Feuerwehr
entweder Komplett oder auch mit „halber“ Mannschaftsstärke,
je nach Art und Bedarf zu rufen.
Diese
Alarme wurden in der Regel von der Feuerwehr-Leitstelle in Ludwigsburg
getätigt wo der Notruf 112 eingeht.
Auch
aus dem örtlichen Feuerwehrgerätehaus konnte manuell alarmiert
werden, was schon des öfteren bei Kleineinsätzen gemacht
wurde, wenn statt des Notrufes z. B. der Kommandant privat über
Telefon verständigt wurde.
Bei dieser sogenannten analogen Funkalarmierung über das 4-m-Band
standen der Walheimer Wehr vier Funkschleifen zur Verfügung.
Bei Großeinsätzen wie Unwetter die oft den ganzen Landkreis
betreffen erwies sich diese Alarmierung zunehmend als störend
und unpraktikabel. Da auch die Funksprechgeräte der Feuerwehren
über dieses 4-m-Band, also über die gleiche Frequenz getätigt
wurden, blockierten Alarmierungen und Funkgespräche der Einsatzkräfte
sowohl mit der Leitstelle, als auch untereinander, sich gegenseitig.
Umstellung auf digitale Meldeempfänger
Einzelne
Wehren wurden zwar früher schon parallel mit digitalen Funkmeldeempfängern
ausgestattet und fuhren oft zweigleisig, obgleich die Alarmierung
über Digitalfunk noch ziemlich ungenügend war. In Walheim
jedoch wartete man ab, bis das auf dem 2-m-Band laufende digitale
Funknetz hundertprozentig gewährleistet war, bzw. die Alarmierungssicherheit
stand.
Statt ursprünglich fünf bis sechs digitalen Alarmumsetzern die
ausreichen sollten, musste letztlich deren 27 im ganzen Kreis verteilt
werden um alle Funklöcher auszumerzen.
Seit Herbst 2002 steht in Walheim nun diese neue, zeitgemäße
Alarmierung zur Verfügung. Mit der es möglich ist die
Feuerwehr individuell zu alarmieren.
Die Walheimer Feuerwehr ist in verschiedene Schleifen eingeteilt,
die von der Feuerwehrleitstelle nach bestimmten Alarmstichworten
und örtlichem Alarmierungsplan zum Einsatz gerufen werden:
Wie schon beschrieben, geschieht dies nach dem Alarmierungsplan der
für jede Feuerwehr und jeden Ort nach den örtlichen Vorgaben
erstellt wurde.
Die einzelnen Alarmierungen werden unterteilt in Brände (z. B.
I, II und III), Hilfeleistungen und Gefahrgutunfälle. Die zunächst
notwendigen Fahrzeuge werden so sofort zugeordnet, auch die notwendige
Nachbarschaftshilfe und Verstärkung wird alarmiert (Drehleiter,
Rüstwagen, Gerätewagen Atemschutz, u. a.).
Große
Schleife
rund um die Uhr |
42
Einsatzkräfte
(Gesamtwehr) |
Kleine
Schleife Tag
von 6–18 Uhr |
14
Einsatzkräfte |
Kleine
Schleife Nacht
von 18–6 Uhr |
15
Einsatzkräfte |
Führungsschleife
rund um die Uhr |
9 Einsatzkräfte
(Gruppen- und Zugführer) |
Kommandoschleife
rund um die Uhr |
Kommandant
stellv. Kommandant |
Kommandant
rund um die Uhr |
Kommandant |
Dazu
benötigt der Leitstellendisponent die Hilfe des Anrufers mit
möglichst genauen und umfassenden Angaben:
– Was ist passiert?
– Wo ist etwas passiert?
– Wie viele Verletzte
bzw. Vermisste gibt es?
– Welche Verletzungen
liegen vor?
– Warten auf Rückfragen!
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