Motorschiff liegt quer im Neckar
Ein Motorschiff aus Magdeburg geriert am Samstag auf dem Neckar in Schwierigkeiten. Durch einen Maschinenausfall trieb das 80 Meter lange Schiff ab, legte sich im Fluss quer und geriet auf Grund.
Der Schiffseigner und seine Frau wollten am Samstagnachmittag an der Anlände der Firma Pfander in Walheim festmachen und über das Wochenende dort bleiben.
Das mit 900 Tonnen Schrott beladene Motorschiff begann wie gewöhnlich das Anlegemanöver. Plötzlich vernahm der Schiffsführer dann aber backbord ein Geräusch und die Maschine fiel aus. Offensichtlich war ein Treibholz in die Schiffsschraube geraten.
Der nach den Regenfällen leicht Hochwasser führende Neckar weist gegenwärtig eine heftige Strömung auf. Dadurch trieb das manövrierunfähige Schiff ab und legte sich im Fluss quer. Dabei lief es sowohl am Bug als auch am Heck auf Grund und saß fest.
Aus eigener Kraft kam das Motorschiff nicht mehr frei. Der Neckar war blockiert.
Die zuständigen Stellen der Wasserschutzpolizei Stuttgart und des Wasser- und Schifffahrtsamts leiteten daraufhin eine Rettungsaktion ein. Ein bei Pleidelsheim liegender Schlepper als Schubverband mit einem Arbeitsschiff wurden an die Unfallstelle bei Walheim beordert. Das Schiff traf gegen 18.30 Uhr ein. Zwischenzeitlich war die Dunkelheit eingebrochen, und es wurden die Feuerwehren Walheim, Besigheim, und Gemmrigheim an den Neckar gerufen. Mit 8 Fahrzeugen und rund 30 Mann leuchteten sie die Unfallstelle vom Ufer des Flusses her aus.
Um zusätzlich den Pegel des Neckars anzuheben, wurde die Staustufe Laufen geschlossen. Dadurch wäre der Pegel innerhalb von Stunden um bis zu 20 Zentimeter gestiegen. Doch gegen 20 Uhr gelang es, mit Hilfe des Schleppers „Delphin“ und einer Seilwinde, den Havaristen wieder frei zu bekommen und das Schiff an der Pfanderschen Anlände festzumachen.
Der Schiffsverkehr auf dem Neckar war durch den Vorfall behindert. Die Schifffahrtsstraße war stundenlang gesperrt.
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